Geduld, Intuition und das Gespür für die Situation gehören genauso zum Handwerk wie die perfekte Beherrschung der Technik. Für den Photographen Thomas Grimm, 42, ist das selbstverständlich: »Viele Menschen reagieren sofort, wenn eine Kamera auf sie gerichtet ist. Sie stellen sich in Pose und verlieren so ihren natürlichen Ausdruck, andere schrecken zurück. Da hilft dann nur Einfühlungsvermögen und viel, viel Zeit.« Auf der Suche nach ungewöhnlichen Porträts und Reportagen bereiste er alle fünf Kontinente, wobei Afrika zu seiner besonderen Leidenschaft wurde. Magazine wie Stern, Spiegel, Bunte und Playboy druckten seine Bilder. Neben der journalistischen Bildberichterstattung nimmt Werbe-Photographie einen wachsenden Stellenwert ein. Die Bildsprache für die Produkte von brain drain entsteht unter seiner Leitung und mit sei ner Expertise. Thomas Grimm begann seine Karriere 1979 beim Hamburger Abendblatt. Spezialgebiet: lokale Themen und Polizeireportagen. Anfang der 80er schickte ihn die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) zu Top-Ereignissen in ganz Deutschland. Seine Photos von Politikern, Staatsbesuchen und Prominenten aus Kultur und Society gingen per Bildfunk um die Welt. Internationale Medien veröffentlichten seine Bilder von Anti-Atom-Krawallen in Brokdorf und Gorleben, von Terroranschlägen der RAF und vom Skandal der gefälschten Hitler-Tagebücher des Stern. Seit 1985 arbeitete Thomas Grimm vermehrt im Ausland. In Thailand dokumentierte er den Kampf gegen den Opiumhandel im goldenen Dreieck, auf das Eis vor Neufundland begleitete er Tierschützer in ihrem Kampf gegen das Robbenschlachten. Die Wüsten Jordaniens, den Senegal, die Mongolei, Mittelamerika und den Dschungel von Borneo durchquerte er mit der Camel Trophy. Im Auftrag von Raid Gauloises stieg er auf 5000 Meter hohe Andengipfel in Ecuador und beim Dunlop Iron Drivers Cup fuhr er quer durch die Steppen Patagoniens. »Bis an die eigene Grenze gehen zu müssen, um andere bei ihren extremen Erfahrungen zu beobachten, ist immer wieder eine Herausforderung.« Für Thomas Grimm als Photographen ist klar: Wenn der Auftrag mit ungewöhnlichen Menschen oder Situationen zu tun hat, ist er unterwegs. Ob im Tropenhemd oder im Smoking.